Es gibt eine Vielzahl von Entspannungsverfahren, wobei Einfluss auf die Atmung, den Körper und das Vorstellungsvermögen genommen wird. Diese grundsätzlichen Zugangsmöglichkeiten können sich je nach Methode oder persönlichen Vorlieben ergänzen oder entsprechend stärker oder schwächer gewichtet werden.
- Bei den Übungen im Rahmen der so genannten Atemtherapie kommt es meist auf einen gewissen Atemrhythmus an, wobei die oft vernachlässigte Bauch- und Zwerchfellatmung betont wird. Die Atemtherapie vitalisiert den Organismus, fördert die Funktion der inneren Organe und hat sich bewährt z. B. bei Stress, Schlafstörungen oder Angstzuständen.
- Autogenes Training ist eine Übung, die über formelhafte Vorstellungen eine tiefe Entspannung des ganzen Körpers ermöglicht. AT wird unter Anleitung in Grund- und Aufbaukursen erlernt, wobei tägliches Training zu Hause notwendig ist. Es ist geeignet bei Ängsten, Schmerzen, Schlafstörungen, Stressoder Spannungszuständen. Die Übungen sollten bei gedämpftem Licht ohne äußerliche Störfaktoren durchgeführt und evtl. mit Musik unterlagert werden.
- Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen (PM) erreicht durch den Wechsel von Anspannung und Lockerung der Muskulatur verschiedener Körperbereiche eine tiefe Entspannung, wobei sich Entspannungserfolge schnell einstellen. PM ist - wie das AT-geeignet bei Ängsten, Schmerzen und Anspannungszu-ständen. Es kann auch als Vorübung zum AT oder bei Personen, die Schwierigkeiten haben, sich alleine durch AT zu entspannen, angewandt werden. Durch regelmäßiges Üben soll eine entspannte und gelassene innere Grundhaltung erreicht und Anspannungszustände im Alltag vermieden werden.
- Meditation ist die Kunst, sich in sich selbst zu versenken und das Denken auszuschalten. Durch regelmäßige Übung kann sich ein Gefühl von Gelassenheit und Ruhe einstellen. Dabei wird nach der bewussten Auswahl eines Platzes ohne Störfaktoren die Aufmerksamkeit auf den Atem gerichtet und der Alltag „losgelassen". Bei der Meditation ist der Weg das Ziel, ein besonderes Erlebnis als Abschluss der Übung ist nicht Kriterium für einen Erfolg.
- Yoga zählt zu den ältesten Wissenschaften vom Leben, wobei die persönliche Entwicklung mit der Vereinigung von Körper, Geist und Seele angestrebt wird. Körper und Geist sollen geschult und gesund erhalten werden. Der Yogaübende strebt nach Einfachheit, Harmonie und Reinheit der Gedanken; es soll die Fähigkeit im Menschen entwickelt werden, jederzeit und bei allen Handlungen den inneren Frieden zu bewahren und dadurch körperliche und geistige Gesundheit zu erlangen. Die alten Weisheiten des Yoga können in fünf Grundformen zusammengefasst werden: richtige Körperübungen, richtige Atmung, richtige Entspannung, richtige Ernährung, positives Denken und Meditation.
- Qi Gong ist ein ganzheitliches Konzept zur Erhaltung einer guten Gesundheit, eines langen Lebens und innerer Harmonie. „Chi" ist nach chinesischer Anschauung die Urkraft, die in allem Leben enthalten ist, zur Erhaltung des Lebens gebraucht wird und in Leitbahnen oder Meridianen im Körper kreist. Längere Erkrankungen, vorzeitiges Altern oder extreme Erschöpfung führen zu einem Mangel an Chi, wobei es zu einer Stockung der Lebenskraft im Körper, zur Blockade der Meridiane und dadurch zu Störungen aller Organfunktionen kommt. Qi-Gong-Übungen, am besten an frischer Luft durchgeführt, sollen das innere Chi aufbauen, die Lebensenergie stärken, Krankheiten vorbeugen, aber auch Schmerzen und Beschwerden lindern.
- Tai Chi („Schattenboxen") ist eine traditionelle chinesische Bewegungsschule, charakterisiert durch langsame, fließende Bewegungen, die sich ohne Unterbrechungen in einen ruhigen Bewegungsfluss aneinander fügen. Die Übungen können allein oder in Gruppen durchgeführt werden. Die Bewegungen sind eine Wohltat für die Muskeln und die beteiligten Körperpartien und dienen der Stärkung, dem Ausgleich und dem Fließen der Lebensenergie, wobei die Übungen Ruhe und Konzentration verlangen.
- Bei der Feldenkrais-Methode wird angenommen, dass Bewegungen die Grundlage des Handelns sind und eine beeinflussbare Verbindung zwischen Gehirn und Muskeln besteht. Durch aktive und passive, das heißt vom Trainer am Patienten ausgeführte, Bewegungen sollen nicht nur Muskelverspannungen gelöst und die Beweglichkeit gesteigert, sondern auch psychisch-seelische Entlastungen herbeigeführt werden. Die Behandlung findet im Liegen in Gruppen- oder Einzelkursen statt, kann sich auf einfache Atemübungen beschränken, aber auch zu komplizierten Bewegungen steigern. Die Feldenkrais-Methode unterstützt den Therapieverlauf bei Krebs, indem die Körperwahrnehmung positiv gesteigert wird und Patienten lernen, ihren kranken Körper besser zu akzeptieren.




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