Immundiagnostik
Krebserkrankungen gehen häufig mit quantitativen und funktionellen Veränderungen des Immunstatus einher, insbesondere nach immundepressiven Behandlungen. Eine Immunmodulation sollte von Zeit zu Zeit überprüft werden, um den Behandlungsverlauf abzuschätzen oder eine Übertherapie zu vermeiden. Aussagen über die Aktivität des Immunsystems erlauben nicht nur die absoluten Zahlen an Lymphozyten, sondern auch die Verhältnisse von Untergruppen zueinander. Besonders das Verhältnis von T-Helfer-Zellen zu zytotoxischen T-Zellen (Suppressorzellen) kann zur Beurteilung herangezogen werden. Mit einem Wert von 0,4 - 0,9 ist es bei Kranken im Vergleich zu Gesunden (1,1 -1,3) oft deutlich erniedrigt.
Unter den gängigen Diagnoseverfahren nimmt die Durchflusszytometrie (FACScan) die wichtigste Stellung ein. Auf diese Weise kann die qualitative und quantitative Zusammensetzung der Lymphozyten-Untergruppen exakt bestimmt werden. Adressen von Labors finden Sie im Anhang.
Medikamententest im Blut
Seit einiger Zeit besteht in Ergänzung zu den herkömmlichen Immununtersuchungen, bei denen die Zellzahl bestimmt wird, durch einen Medikamententest die Möglichkeit, direkt auf die Aktivität des Immunsystems Rückschlüsse zu ziehen. Die Untersuchung beruht auf der Messung der natürlichen Killerzellaktivität unter Einfluss von Immunpräparaten. Dazu werden Lymphozyten der Patientin aus Vollblut isoliert und mit verschiedenen Immunmodulatoren (z. B. Mistel/Organopräparate) inkubiert. Anschließend werden die vorinkubierten Zellen mit humanen Krebszellen versetzt. Durch Bestimmung der abgetöteten Krebszellen unter der Einwirkung der Immunpräparate sollen Rückschlüsse auf die individuelle Wirksamkeit gezogen werden. Inwieweit dadurch eine optimierte Immuntherapie wirklich möglich ist, muss zunächst in Frage gestellt und durch umfassende klinische Studien bewertet werden.
Chemosensitivitätstestung
Um die Wirksamkeit einer Chemotherapie überprüfen zu können, gibt es ein Testverfahren, mit dem mögliche Zytostatikaresistenzen festgestellt und das Ansprechen auf verschiedene Zytostatika ermittelt werden kann. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn erneut eine Chemotherapie notwendig wird. Bei Erkrankungen von Brust und Eierstöcken zeigt der Test sehr gute Ergebnisse. Der Vorhersagewert für die Wirksamkeit liegt bei Brusttumoren nahe 80 Prozent und bei Eierstockkrebs zwischen 85 und 90 Prozent. Auf diese Weise ist nach Ansicht der Wissenschaftler eine „maßgeschneiderte Chemotherapie" möglich. Ob der Test auch bei anderen Tumorarten gleich gute Ergebnisse bringt, muss noch weiter geprüft werden. Dieser „Tumor-Chemo-Sensitivitätstest" mit dem Namen ATP-TCA-Test wird von verschiedenen privaten Labors und inzwischen auch an vielen Universitätskliniken durchgeführt. Der Test kann nur mit frischem, vitalem Tumormaterial (weniger als 1 g Masse) durchgeführt werden. (Nähere Informationen - Therapieinfo „ Wirksamkeitstest für Chemotherapie ")
Tumor-Marker
Die Aussagekraft von Tumormarkern ist aus verschiedenen Gründen begrenzt. Tumormarker sind daher nicht zur Früherkennung geeignet: Eine Erhöhung der Messwerte für Tumormarker kann häufig auch bei gutartigen Erkrankungen (Adenome), bei bestimmten Therapien oder durch andere Einflüsse (Ernährung, Nikotin, Entzündungen) eintreten. Um unnötige und belastende Untersuchungen zu vermeiden, werden Tumormarker in der Regel nur zur Therapiekontrolle und Nachsorge bei bestehenden Erkrankungen genutzt. Eindeutige Aussagen ergeben sich jedoch meist erst aus einer Verlaufskontrolle sowie dem Hinzuziehen klinischer und bildgebender Untersuchungsmethoden. Zu beachten ist auch, dass die Messwerte je nach Messmethode von Labor zu Labor etwas unterschiedlich ausfallen können. Namhafte Onkologen plädieren aus diesen Gründen dafür, Messungen von Tumormarkern nicht routinemäßig durchzuführen. Man möchte den Betroffenen die mit jeder Untersuchung verbundenen Ängste und Aufregungen ersparen. Jedoch können, auch wenn konventionelle Therapien wie Operation oder Chemotherapie nicht mehr möglich oder wenig sinnvoll sind, rechtzeitig erkannte Rückfälle wertvoll für den Patienten sein. Ganzheitlich behandelnde Ärzte können dem Patienten Therapieangebote machen, die zur Erhaltung der Lebensqualität und möglicherweise auch zu einer Lebensverlängerung führen. (Nähere Informationen - Therapieinfo „ Tumormarker")
Bioelektronische Diagnostik
Bioelektronische Diagnoseverfahren nutzen die Reaktionen des Organismus auf elektrischen Strom, um Hinweise auf Störungen zu erhalten und gege-benfalls durch Medikamententestung Therapiekonzepte zu entwickeln. Alle Diagnostikverfahren haben einen begrenzten, teilweise subjektiven Aussagewert und benötigen in der Regel einen sensiblen und erfahrenen Therapeuten, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Zu den bioelektronischen Diagnoseverfahren zählen z. B.: Elektroakupunktur nach Voll, Vegatest, kinesiologische Reflexdiagnostik, bioelektronische Funktionsdiagnostik (BFD) u. v. m.

GfBK-Infoblatt: Wirksamkeitstest für Chemotherapie (Patienteninformation mit Adresse)
GanzImmun (Labor zur Testung)


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