Kryotherapie
Die Kryotherapie hat Dank zunehmender technischer Verbesserungen vor allem bei der Therapie des Prostatacarcinoms einen Stand erreichet, der sich mit den Ergebnissen klassischer örtlicher Therapien messen kann. Sie steht heute in den USA an vierter Stelle in der Häufigkeit der angewandten Primärtherapien des Prostatakarzinoms nach operativer Prostataentfernung, äußerlicher Bestrahlung und der so genannten Brachytherapie (Bestrahlung von innen mit radioaktiven Stäbchen).
Unter Kryotherapie versteht man die kontrollierte Abtötung von Krebsgewebe durch Gefrieren und Auftauen.
Zur Zerstörung der Krebszellen tragen dabei mehrere Effekte während des Einfrierens und Auftauens bei.
Für eine wirkungsvolle Therapie sind folgende Grundsätze von Bedeutung:
- Schnelles Vereisen
- Langsames Auftauen
- Wiederholte Kälte-Wärme-Zyklen
- nicht erfolgreicher Bestrahlung
- hohem Operations-Risiko, lokal begrenztem Tumor
- histologisch gesichertem Lokalrezidiv, durch Ultraschall lokalisierbar
- Verweigerung einer Operation
Die heute verfügbare Kryotherapie der dritten Generation stellt unter bestimmten Voraussetzungen eine wenig invasive Alternative dar zu radikalen Operation, äußerer Bestrahlung oder Brachytherapie. Ausreichende Langzeitergebnisse stehen noch aus. Die Gesamtkosten der Behandlung von durchschnittlich € 8.500 muss der Patient selbst zahlen. Die Krankenkassen entscheiden aber im Einzelfall über eine Kostenübernahme.
Samarium
Samarium ist eine radioaktive Substanz, die besonders gut bei Beschwerden infolge von Knochenmetastasen eingesetzt werden kann. Knochenmetastasen können bei fortgeschrittenen Tumoren der weiblichen Brust und der männlichen Prostata auftreten. Ursprünglich wurde die Samariumtherapie zur Bekämpfung von Schmerzen eingesetzt, bis sich herausstellte, dass bei wiederholter Anwendung nicht nur die Schmerzen, sondern auch die Knochenmetastasen zurückgehen. Die Samariumtherapie kann eine sinnvolle Ergänzung zu der Therapie mit Bisphosphonaten sein. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden. Vor Beginn sollten ein Knochenszintigramm und ein Blutbild erstellt werden, um den Verlauf der Therapie kontrollieren zu können.
Die Behandlung wird alle drei Monate wiederholt und sollte sich über den Zeitraum eines Jahres erstrecken.
SIR-Spheres®
SIR-Spheres® ist ein innovatives, strahlentherapeutisches Medizinprodukt, das aus winzigen mit Yttrium-90 markierten Mikrokügelchen besteht. Diese ca. 35 Mikron kleinen Mikrosphären werden während einer Behandlung direkt durch die Leberarterie in die Leber injiziert und erreichen so das Tumorgewebe, welches dadurch sozusagen von innen heraus zerstört oder zumindest verkleinert wird. Das den Tumor umgebende gesunde Lebergewebe erholt sich in der Regel rasch von dieser Behandlung.
Bislang gibt es mit dieser Methode nur Erfahrungen bei der Behandlung fortgeschrittener, inoperabler Lebertumore. Im Allgemeinen wird SIR-Spheres® nur einmal, entweder allein oder in Verbindung mit einer fortlaufenden Chemotherapie, verabreicht. Da Brust- und Darmtumore recht oft in die Leber streuen und es bisher kaum wirksame Therapien gegen Lebertumore gibt, können die Heilungschancen möglicherweise gesteigert werden. Bisher wurden nur Patienten behandelt, bei denen keine andere Therapie mehr greift. Die Therapie wird mit dem PET CT-Verfahren gesteuert.
Seit Anfang der 90er Jahre bestehen Erfahrungen mit der SIR-Spheres®-Therapie in der Behandlung von Lebertumoren. Die Therapie wurde bei über 1.500 Patienten in Australien, Neuseeland, Hongkong, Malaysia, Singapur, Thailand und den USA mit gewissem Erfolg angewandt. In Europa nimmt die klinische Radiologie der Universität München eine Pionierfunktion auf diesem Gebiet ein. Eine randomisierte australische Studie belegt eine bedeutsame Verlängerung der Lebenszeit um 29,4 Monate im Vergleich zu Patienten, die allein chemotherapeutisch behandelt wurden.
Zur Zeit diskutieren deutsche Onkologen darüber, die Behandlung mit SIR-Spheres® in Kombination mit einer Chemotherapie gerade im Krebsfrühstadium anzuwenden, wofür allerdings noch zu wenige Studiendaten vorliegen. Bisher wurden in Deutschland am Institut für Klinische Radiologie des Münchner Universitätsklinikums sehr wenig Patienten mit diesem Verfahren behandelt. Leider erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in Höhe von rund € 10.000,- in Deutschland nicht.
Photodynamische Lasertherapie
Bei der photodynamischen Lasertherapie werden bestimmte Farbstoffe, die durch Licht aktivierbar sind, in die Blutbahn gespritzt. Die gespritzte Substanz, die man auch als Photosensibilisator bezeichnet, reichert sich im Tumor an. Wenige Tage später, wenn das optimale Verteilungsverhältnis zwischen Tumorgewebe und gesundem Gewebe erreicht ist, wird der Tumor mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt.
Zur Zeit können nur kleine Tumoren auf diese Weise behandelt werden, weil das Licht nur bis zu einer Tiefe von 6 mm ins Gewebe dringt. Die Methode ist aus technischen Gründen in ihrer Anwendung also ziemlich begrenzt und nur im Frühstadium eines Tumors sinnvoll einsetzbar. Eventuell bereits bestehende Lymphknotenmetastasen können auf diese Weise nicht entfernt werden. Die Methode wird derzeit im Rahmen von Studien bei Krebs an Haut und Schleimhäuten angewendet und verspricht insbesondere im Bereich Mund und Zunge gute Erfolge.
Transpulmonale Chemoembolisation (TPCE)
Streuherde von bösartigen Tumoren in der Lunge (Lungenmetastasen) sind bislang nur schwer behandelbar. Nicht immer können Sie durch eine Operation entfernt werden. Chemotherapien sind in vielen Fällen nicht wirksam. Bei der Transpulmonalen Chemotherapie wird eine bestimmte Lösung, ein so genanntes Chemoembolisat mit Hilfe eines Ballonkatheters unmittelbar an die Lungenmetastasen gespritzt. Besonders gut scheint diese Therapie bei Lungenmetastasen von soliden Tumoren wie Schilddrüsen-, Muskel- und Nierenzellkazinomen zu wirken.

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