Krebsdiät?

Kaum ein Thema ist so umstritten, wie die Möglichkeit der Bekämpfung von Krebs mit einer Diät. Es gibt eine Reihe von Diätempfehlungen bei Krebs, nicht alle sind sinnvoll, einige dieser Kostformen schwächen den Körper durch eine einseitige Ernährung. Man sollte dennoch nicht verallgemeinernd sagen, dass Diäten bei Krebs völlig sinnlos wären. Im Einzelfall können ohne Zweifel auch problematische Diäten eine zumindest kurzfristige Wirkung hervorrufen.

Bedenkliche Kostformen sind:

  • Die Breuss-Diät fußt auf der Theorie, dass Krebs nur von festen Stoffen lebe und folglich durch eine Saftkur über 42 Tage ausgehungert werden könne. Die Erfahrung zeigt, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr wird neben einer massiven Gewichtsabnahme auch das Immunsystem geschwächt, und nach Beendigung der Diät tritt ein beschleunigtes Tumorwachstum ein. Grundsätzlich ist Mangel- und Unterernährung kein geeignetes Mittel in der Krebstherapie.
  • Der Gerson-Diät liegt die Vorstellung zu Grunde, Krebs sei Folge einer inneren Vergiftung. Die Diät selbst besteht aus Obst, Gemüse und Getreide – und aus frisch gepressten Kalbslebersäften. Außerdem sind alle vier Stunden, auch nachts, Kaffee-Einläufe zu machen. Der Patient wird also am Schlafen gehindert und durch die Schadstoffe aus der Kalbsleber vermutlich auch vermehrt belastet. Es wurden zwar Heilungserfolge behauptet, doch sie hielten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.
  • Die makrobiotische Zen-Diät kann vor allem dann problematisch sein, wenn sie streng nach Buch und nicht auf Grund individueller Beratung durchgeführt wird. Sie geht von einer inneren Vergiftung als Krebsursache aus. Durch eine Folge von zehn Diätstufen, die auf Getreide basieren und von Stufe zu Stufe immer weniger Variation zulassen, soll der Patient gesunden. Besonders nachteilig kann sich bei dieser Diät eine möglicherweise strenge Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr auswirken.
  • Die Burger-Diät dagegen erlaubt alles, was schmeckt und gut riecht. Krebs gilt hier als Folge der Nahrungszubereitung durch Hitze, weswegen nichts gekocht und gebraten werden darf. Insbesondere im Fall von Fleisch und Eiern, ist diese Diät sicher nicht ganz unbedenklich. Mangelzustände können auftreten, da nicht alles in rohem Zustand genießbar ist. Heilungserfolge sind auch bei dieser Diät nicht belegt.


Unbedenkliche Kostformen

  • Während die Moerman-Diät Krebs als Folge von Vitaminmangel versteht, gilt Krebs in der Kousmine-Diät als Abwehrreaktion des Körpers gegen Gifte. Die Moerman-Diät verbietet Zucker und Wasser, zur Kousmine-Diät gehören Kamille-Einläufe. Beide Diäten richten zwar keinen Schaden an, sind aber als Antikrebsdiäten in Frage zu stellen.
  • Bei der Budwig-Diät wird im Fettstoffwechsel der entscheidende Faktor für die Krebsentstehung gesehen. Ungesättigte Fettsäuren gelten als günstig, gesättigte als schädlich. Bei dieser Kost wird dem Körper weit mehr Energie zugeführt, als er normalerweise braucht. Auch bei dieser Diät kann man nicht davon ausgehen, dass diese Kost spezifisch wirksam gegen Krebs ist.
  • Auch die anthroposophische Kost ist keine Antikrebsdiät und wird in der anthroposophischen Medizin auch nicht so verstanden. Sie lehnt sich im Wesentlichen an die Empfehlungen einer ausgewogenen Vollwertkost an, wobei auf bestimmte Lebensmittel wie Tomaten und Kartoffeln aus weltanschaulichen Gründen verzichtet wird.
  • Die stoffwechselaktive Kost nach Anemüller-Ries hat zum Ziel, den gesamten Organismus unter bestmögliche Ernährungmöglichkeiten zu stellen und den Körper in seiner eigenen Abwehr zu kräftigen. Diese Ernährungsform entlastet die Entgiftungsorgane des Körpers, schränkt dadurch aber kulinarische Spielräume nur bedingt ein. Die Kost wird als Unterstützung im Kampf gegen Krebs verstanden.
  • Auch die Diät nach Zabel oder Windstosser verfolgt die Stärkung der körpereigenen Abwehr. Dabei wird auf ausreichende Zufuhr der Vitamine A, C und E und von Mineralstoffen geachtet. Um Fäulnisvorgänge im Darm zu regulieren, wird Fleisch weitgehend durch Sauermilchprodukte ersetzt.
  • In der chinesischen Ernährungslehre gilt wie in der chinesischen Medizin, dass ein Kräftegleichgewicht, eine körperlich-seelische Harmonie aufrecht zu erhalten ist. Dazu dient eine ausgewogene, schmackhafte Kost und regelmäßiges, pünktliches Essen in Ruhe mit Genuss und Konzentration. Ausgeglichene Psyche und Bewegungsübungen unterstützen die gesunde Lebensführung.

 



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