Nehmen Sie als Angehöriger zunächst alle Gefühle ernst und akzeptieren Sie diese - sowohl die des Betroffenen als auch Ihre eigenen. Es gibt grundsätzlich in der Auseinandersetzung mit einer schwerwiegenden Erkrankung keine „guten" oder „schlechten", „angemessenen" oder „unangemessenen" Gefühle. Nehmen Sie alle Gefühle an und versuchen Sie, sie zu verstehen und einen konstruktiven Umgang mit ihnen anzustreben
Dem Einbezug der Angehörigen während der akuten Erkrankungsphase und der Genesungszeit kommt bei der Auseinandersetzung mit der Krebserkrankung besondere Bedeutung zu. Sich aufgehoben fühlen bei Menschen, denen man vertraut, die man liebt und von denen man geliebt wird, ist ein wesentlicher Faktor in diesem Prozess. Berücksichtigen muss man dabei jedoch, dass Angehörige oftmals ebenso Unterstützung und Begleitung brauchen wie der Patient selbst. Miterleben zu müssen, wie jemand, den man liebt, schwer erkrankt ist, leidet oder dessen Leben womöglich sogar bedroht ist, ist sicherlich eines der erschütterndsten Erlebnisse in unserem Leben. Insofern müssen auch die Angehörigen der Patienten lernen, mit den Gefühlen, Ängsten und Belastungen, die durch die Erkrankung entstehen, umzugehen. Ein wichtiger Faktor in der Begleitung Ihres erkrankten Angehörigen ist die Hoffnung. Wie zuvor schon ausgeführt, gibt es keine hoffnungslose Prognose, so lange die Hoffnung nicht aufgegeben wird. Wie aber soll Ihr kranker Angehöriger seine eigene Hoffnung aufrecht erhalten, wenn er spürt, dass Sie selbst diese aufgegeben haben? Schwierig ist sicherlich die Situation, dass es bei den Patienten oft zu großen Stimmungsschwankungen kommt. Widersprüchliche Gefühle des Patienten, wie Angst, Wut, Zorn, Selbstmitleid, Resignation, dann vielleicht auch wieder Hoffnung und Mut, führen beim Angehörigen oft auch zu Angst und eventuell dazu, schmerzhafte Gespräche zu vermeiden. Sprechen Sie mit dem Betroffenen über seine Gefühle und Ängste und lassen Sie ihn auch an Ihren eigenen Gefühlen teilhaben. Ermuntern Sie ihn zu einem solchen Gespräch bzw. vermitteln Sie ihm, dass er sich auch mit seinen Ängsten bei Ihnen aufgehoben fühlen kann. Gestatten Sie dem Patienten wie auch sich selbst, Gefühle zu zeigen und sie anzunehmen. Gehen Sie den schweren Weg der Erkrankung gemeinsam.
Schließlich ist es wichtig, dass Sie sich selbst auch Momente der Entspannung und Zeiten für eigene Unternehmungen und Interessen erlauben. Scheuen Sie sich auch nicht davor, ggf. selbst professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bedenken Sie, dass Sie dem Patienten keine adäquate Unterstützung sein können, wenn sie sich selbst ständig überlasten.
Letztlich macht aber die lebensbedrohliche Erkrankung eines geliebten oder nahe stehenden Menschen neben den Verlustängsten auch die Endlichkeit des eigenen Lebens deutlich. Hier kommt Ihrer eigenen Einstellung zu Sterben und Tod besondere Bedeutung zu. Indem Sie sich für sich selbst um eine Klärung im Umgang mit diesem schwierigen Thema bemühen, können Sie auch eher mit Ihrem erkrankten Angehörigen darüber sprechen und ihm Beistand geben. Nehmen Sie Ihrem Angehörigen nicht die Möglichkeit, seine Ängste und seine Trauer auszudrücken. Wem sonst sollte er sich anvertrauen? Es ist vielleicht der größte Liebesbeweis, mit dem geliebten Menschen auch den letzten Weg gemeinsam zu gehen, vielleicht noch einmal eine neue Nähe miteinander zu erleben und ihn dann auch - wenn das Ende des Lebensweges erreicht ist - loslassen zu können. Hoffnung möchten wir Ihnen auch für diese Lebensphase vermitteln. Die biologische Medizin kann therapeutische Empfehlungen zur Unterstützung und Begleitung in jedem Stadium einer Krebserkrankung geben. Rufen Sie uns an, wenn Sie diesbezüglich Rat und Hilfe brauchen.




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