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Was sind Angiogenese-Blocker

Als ein bisher erfolgreich behandelter Krebskranker (Gehirntumor mit Operation und Bestrahlung vor etwa 6 Jahren) verfolge ich mit Interesse die Veröffentlichungen über Fortschritte in der Krebsforschung. Neuerdings lese ich öfter über sogenannte "Angiogenese-Blocker". Was ist darunter zu verstehen?

Schon ein winziger Tumor von einem Millimeter Größe muss an das Blutsystem angeschlossen werden, um mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt zu werden. Dazu schüttet er Stoffe aus, die dafür sorgen, dass vom bestehenden Gefäßsystem Adern in den Tumor einwachsen. Dieser Prozess heißt Angiogenese. Wenn man diesen Prozess stoppen kann, wird der Tumor nicht mehr durchblutet. Er wird am Wachstum gehindert, und wird günstigstenfalls von jeglicher Blutversorgung abgeschnitten, sodass er verschwindet. Darum richtet sich die Forschung vermehrt auf Stoffe, die dazu eingesetzt werden können, den Tumor daran zu hindern, eigene Blutgefäße auszubilden. über die neu entstandenen Wege wird der Tumor aber nicht nur versorgt, sondern es können außerdem Tumorzellen in die Blutbahn gelangen und Metastasen bilden. Da die Entstehung von Metastasen in erster Linie von der Angiogenese abhängt, wäre eine Blockierung der Angiogenese ein großer Erfolg. Jetzt steht Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs eine Antikörpertherapie zur Verfügung: Ein Medikament mit diesem neuen Wirkprinzip, Bevacizumab, verhindert die Bildung neuer Blutgefäße, über die sich der Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt - der Tumor wird regelrecht ausgehungert. Diese neue Waffe gegen den Krebs kann Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs ein deutlich längeres Leben ermöglichen. In Tierexperimenten ist die Wirksamkeit von Stoffen, die dazu in der Lage sind, bei Lungenkrebs bereits nachgewiesen. In Freiburg gibt es auch schon eine klinische Studie, bei der vor allem die Verträglichkeit eines neuentwickelten Antiangiogenese-Blockers geprüft wird. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Tabletten gut vertragen werden, dass der Tumor zu wachsen aufhört und in einigen Fällen sogar zurückgeht. Demnächst wird eine europäische Studie mit SU5416 anlaufen, einem Stoff, mit dem in Amerika bereits ermutigende Ergebnisse bei Darmkrebs erzielt wurden.